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Vier-Gespräche-Check: Wo hakt dein Verkaufsgespräch?

Du schreibst Angebote, erklärst deine Leistungen und landest am Ende doch in der Preisdiskussion? Zwölf Aussagen helfen dir, deine Verkaufsgespräche genauer anzuschauen.

Geschrieben von Christoph Paterok

Ein gutes Gespräch, ein ausführliches Angebot – und dann passiert erst einmal nichts. Oder die nächste Rückmeldung lautet: „Geht das auch günstiger?“ Wer als Freelancer, Berater oder Agentur arbeitet, kennt solche Situationen vielleicht. Ein möglicher Grund: Wir sprechen schon über Lösungen und Preise, obwohl noch wichtige Fragen offen sind.

Passt die Zusammenarbeit überhaupt? Was will der Kunde erreichen? Und welchen Wert hätte es für ihn, dieses Ziel zu erreichen?

In The Four Conversations beschreibt Blair Enns vier Gesprächsarten, die beim Verkauf von Expertise unterschiedliche Aufgaben erfüllen. In unserem Podcast „zwischen zwei stacks“ beschäftigen wir uns mit diesem Modell. Mit dem Check kannst du es auf deine eigenen Verkaufsgespräche übertragen.

Vier Gespräche, vier unterschiedliche Aufgaben

1. Probative: Deine Expertise wird sichtbar.

Was wissen Interessenten über dich, bevor sie dich kontaktieren? Deine Beiträge, Arbeiten und Empfehlungen können bereits Vertrauen schaffen. Dieses erste „Gespräch“ findet deshalb oft statt, ohne dass du selbst dabei bist.

2. Qualifying: Ihr prüft, ob es passt.

Hier klärt ihr, ob eine Zusammenarbeit sinnvoll ist. Passen die Aufgabe, deine Expertise und die Erwartungen zusammen? Sind Budget, Entscheidungswege und Zeitrahmen realistisch? Auch ein begründetes Nein kann ein gutes Ergebnis sein.

3. Value: Ihr versteht den Wert des Ergebnisses.

Was soll durch die Zusammenarbeit besser werden? Woran lässt sich Erfolg erkennen? Und was wäre dieser Erfolg dem Kunden wert? Diese Fragen schaffen eine Grundlage, um anschließend über passende Lösungen und Preise zu sprechen.

4. Closing: Ihr trefft eine Entscheidung.

Jetzt geht es darum, konkrete Optionen zu besprechen, offene Fragen zu klären und den nächsten Schritt zu vereinbaren. Das Angebot baut auf dem auf, was ihr zuvor gemeinsam herausgefunden habt.

Wo stehst du in deinen Gesprächen?

Unser Vier-Gespräche-Check enthält zwölf Aussagen. Bewerte auf einer Skala von 1 bis 5, wie sehr sie auf dich und deinen Arbeitsalltag zutreffen. Denk dabei an deine letzten konkreten Anfragen und Gespräche. Du brauchst ungefähr zwei Minuten.

Die Auswertung gibt dir Hinweise darauf, welche Gesprächsart bei dir mehr Aufmerksamkeit verdient, und liefert konkrete Empfehlungen. Sie ist eine Hilfe zur Selbstreflexion, kein objektives Urteil über deine Fähigkeiten.

Vier-Gespräche-Check

Welches deiner vier Verkaufsgespräche ist das schwächste? Zwölf Aussagen, etwa zwei Minuten. Bewerte, wie sehr jede Aussage auf dich und dein Geschäft zutrifft.

Basierend auf „The Four Conversations“ von Blair Enns. Deine Antworten bleiben im Browser und werden nirgendwo gespeichert.

1 = trifft nicht zu5 = trifft voll zu
  1. 1. Interessenten kommen schon mit einer Meinung über mich ins Erstgespräch. Sie haben vorher etwas von mir gelesen, gehört oder gesehen.
  2. 2. Im Gespräch geht es zuerst um das Zielbild des Kunden, nicht um meine Leistungen.
  3. 3. Im letzten Jahr habe ich Anfragen abgelehnt, weil sie nicht gepasst haben.
  4. 4. Mein Angebot bestätigt, was wir besprochen haben. Der Kunde findet darin keine Überraschungen.
  5. 5. Ich vertrete zu meinem Fachgebiet eine klare Haltung, der manche Kollegen widersprechen würden.
  6. 6. Bevor ich Zeit in ein Angebot stecke, weiß ich, ob Budget, Entscheider und Zeitrahmen realistisch sind.
  7. 7. Bevor ich über Preis spreche, weiß ich, was ein gutes Ergebnis dem Kunden wert ist.
  8. 8. Meine Angebote enthalten mehrere Optionen in unterschiedlichen Preisstufen.
  9. 9. Ich kläre früh, ob der Kunde mich als Experten sieht oder als einen von mehreren Anbietern.
  10. 10. Im Erstgespräch muss ich nicht erst beweisen, dass ich mein Handwerk beherrsche.
  11. 11. Ich nenne eine Preisspanne, bevor ich ein Angebot schreibe.
  12. 12. Wenn der Preis zu hoch ist, nehme ich Umfang raus, statt Rabatt zu geben.
Noch 12 Aussagen offen

Ein nächster Schritt reicht

Schau dir nach der Auswertung eine Empfehlung an, die zu deiner aktuellen Situation passt. Nimm sie mit in dein nächstes Kundengespräch: etwa früher nach Entscheidungswegen zu fragen oder das gewünschte Ergebnis genauer zu klären, bevor du eine Lösung vorschlägst.

Notiere dir danach kurz: Was hast du dadurch erfahren? Was blieb offen? So wird aus dem Check ein konkreter Anlass, deine Gespräche bewusster zu führen.

Wenn du das Modell vertiefen möchtest, findest du die Grundlage in Blair Enns’ Buch The Four Conversations. Unser Check greift die vier Gesprächsarten auf und hilft dir, einen ersten Ansatzpunkt für deine eigene Praxis zu finden.